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Robert Eduard Prutz (1816-1872)
Christnacht Heil'ge Nacht, auf Engelsschwingen nahst du leise dich der Welt, und die Glocken hor' ich klingen, und die Fenster sind erhellt. Selbst die Hutte trieft von Segen, und der Kindlein froher Dank jauchzt dem Himmelskind entgegen, und ihr Stammeln wird Gesang. Mit der Fulle su?er Lieder, mit dem Glanz um Tal und Hoh'n, Heil'ge Nacht, so kehrst du wieder, wie die Welt dich einst gesehn, da die Palmen lauter rauschten, und, versenkt in Dammerung, Erd' und Himmel Worte tauschten, Worte der Verkundigung. Da, mit Purpur ubergossen, aufgetan von Gottes Hand, alle Himmel sich erschlossen, glanzend uber Meer und Land; da, den Frieden zu verkunden, sich der Engel niederschwang, auf den Hohen, in den Grunden die Verhei?ung wiederklang; Da, der Jungfrau Sohn zu dienen, Fursten aus dem Morgenland in der Hirten Kreis erschienen, Gold und Myrrhen in der Hand! Da mit seligem Entzucken sich die Mutter niederbog, sinnend aus des Kindes Blicken nie gefuhlte Freude zog. Heil'ge Nacht, mit tausend Kerzen steigst du feierlich herauf, o, so geh' in unsern Herzen, Stern des Lebens, geh' uns auf! Schau, im Himmel und auf Erden glanzt der Liebe Rosenschein: Friede soll's noch einmal werden und die Liebe Konig sein!
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Wir leben alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle denselben Horizont. |