Die ostslawischen Bojaren, der Adel, waren hier starker an der Herrschaft beteiligt, was mit einer regionalen Verwurzelung und mit Einflussen aus Polen und Ungarn zusammenhangen durfte. Dieses standische Element, das eine Zentralgewalt einschrankte, hatte allerdings auch Einfluss auf den politischen Zerfall Galiziens und Wolhyniens.
1289–1300: Mstislaw Danylowitsch, Furst von Luzk
bis 1315: Wladimir III., Furst von Wolhynien
1308–1323: Andrei (Galizien), Furst von Galizien und WolhynienTeil von Litauen und PolenDynastie Boleslaw von MasowienIm Verlaufe der ersten Halfte des 14. Jahrhunderts wurden die Gebiete zum Streitobjekt ihrer westlichen Nachbarn. Im Jahre 1323 starb die regierende Dynastie aus, der Neffe des letzten Fursten, Boleslaw von Masowien, wurde Herrscher uber Galizien-Wolhynien. Er war sowohl mit der polnischen als auch mit der litauischen Herrscherfamilie verwandtschaftlich verbunden. Als Boleslaw von Masowien im Jahre 1340 wegen angeblicher Bevorzugung der Katholiken von seinen Bojaren vergiftet wurde, brach ein Kampf zwischen den beiden aufstrebenden osteuropaischen Gro?machten um das Erbe Galiziens-Wolhyniens aus. Nach langeren Kriegen, mit wechselndem Erfolg, fiel der gro?te Teil des Furstentums Halytsch und Cholm an Polen, Wolhynien, Podlachien und einige andere Gebiete fielen an Litauen.
Union von Polen-Litauen (1385/86)Die Integration der ukrainischen Lander in das Gro?furstentum Litauen vollzog sich langsamer als die Integration Galiziens in das Konigreich Polen. Das Jahr der polnisch-litauischen Union (1385/1386) bedeutete jedoch einen Wendepunkt fur Wolhynien.
Der litauische Gro?furst Jagajlo heiratete die Thronerbin Hedwig, bestieg den polnischen Konigsthron und nahm den romisch-katholischen Glauben an. Fur die Litauer bedeutete dies, den Glauben der romischen Christen anzunehmen, die Ostslawen (und somit auch Wolhynen) mussten ihre Zugehorigkeit zur Orthodoxie jedoch nicht aufgeben. Jagajlo eroberte 1387 Galizien wieder von den Ungarn zuruck und konnte den Deutschen Orden 1410 bei Tannenberg entscheidend zuruckschlagen.
Die polnisch-litauischen Union von 1385/86 bedeutete nicht den Untergang des Gro?furstentums Litauen, zu dem Wolhynien gehorte, es blieb bis weit ins 15. Jahrhundert eigenstandige Gro?macht. Unter Gro?furst Vytautas (1392–1430) erlebte Litauen einen Hohepunkt seiner Machtentfaltung. Vytautas versuchte seine Zentralgewalt zu festigen und die ukrainischen Furstentumer und somit auch Wolhynien starker zu integrieren. Die administrative Eingliederung Wolhyniens setzten seine Nachfolger fort, im religiosen und kulturellen Bereich aber blieb die traditionelle Toleranz erhalten.
Im Gro?furstentum Litauen wurden die Privilegien des polnischen Adels zunachst nur auf Katholiken ubertragen, so dass viel orthodoxe Adlige konvertierten. Dieser politische Druck zur Konversion zeigte sich vornehmlich in Litauen,
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