Umfassende Mobilisierung in Zwangsarbeitslager
Eine weitere Stufe der burgerlichen Entrechtung der deutschen Minderheit stellte die beinahe vollstandige Einweisung aller erwachsenen Personen in Arbeitslager dar. Die Einberufung von Jugendlichen, Mannern und Frauen im Alter von 15 bis 55 Jahren durch die Sammelstellen des Volkskommissariats fur Verteidigung und ihre Unterstellung unter das NKWD begann im Januar 1942 und setzte sich praktisch bis Ende des Krieges fort. Man sonderte ferner russlanddeutsche Soldaten und Offiziere aus den militarischen Einheiten aus und schaffte sie ebenfalls in Arbeitslager.
Ahnlich wie Strafgefangene wurden die Russlanddeutschen fur schwerste und unqualifizierte Arbeiten beim Bau von Eisenbahnlinien und Industriebetrieben, in der Ol- oder Kohleforderung oder beim Holzfallen eingesetzt. Keine andere Volksgruppe in der Sowjetunion wurde in diesem Ausma? physisch ausgebeutet:
Etwa 350.000 der 1,1 Mio Russlanddeutschen, die sich wahrend des Krieges im sowjetischen Machtbereich befanden, mussten Zwangsarbeit leisten.
Entrechtung, Verleumdung und Beseitigung der nationalen Intelligenz und Fuhrungsschicht
Partei- und Sowjetfunktionare, Richter, Professoren und Dozenten, Offiziere, Wirtschaftsleiter, Literaten, Lehrer, Schauspieler, Bibliothekare etc. deutscher Nationalitat verloren ihren Arbeitsplatz bzw. ihre Stellung und mussten in die Zwangsarbeitslager. Dort konstruierte die Geheimpolizei zahlreiche politische Strafprozesse, die fur die Betroffenen mit langjahrigem Freiheitsentzug oder der Todesstrafe endeten.
Antideutsche Stimmungsmache
Unzahlige Artikel mit verzerrenden und karikierenden Bildern, Radiosendungen und Filme, in denen vor allem gegen die Deutschen (und nicht etwa gegen den Feind oder die Faschisten) heftig Stimmung gemacht wurde, vergifteten das Verhaltnis zu den Russlanddeutschen. Das umso mehr, als die sowjetischen Behorden zwischen ihnen und der Angreifernation keinen Unterschied machten. Personliche Beleidigungen und Beschimpfungen blieben unbestraft.
Umbenennung der deutschen Orte
Um die Erinnerung an die ehemaligen Bewohner endgultig zu loschen, bekamen die ehemals deutschen Siedlungen russische Namen, die zudem stark sowjetisch gepragt waren. So hie? Balzer nun Krasnoarmejsk, d.h. Rotarmist; aus einer der altesten und gro?ten wolgadeutschen Siedlungen, Mariental (gegrundet 1766), wurde Sowetskoje, und Jost wurde in Oktjabrjskoje umbenannt.
Aus „Deutsche aus Russland: gestern und heute“, S.18
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