Propaganda und Deportation
Bereits ab dem 15. August 1941 begann man hochst unorganisiert und in gro?ter Eile, die etwa 53.000 Krimdeutschen auszusiedeln, vorerst in den Nordkaukaus. Verschleiernd wurde diese Ma?nahme als “Evakuierung” bezeichnet. Eine nicht zu unterschatzende Rolle spielten dabei die Erfordernisse eines totalen Propagandakrieges. Die Deutschen wurden damals als „zweibeinige Tiere“, „Menschenfresser“ und „tollwutige Hunde“ bezeichnet. Und: Die Existenz einer anerkannten sowjetdeutschen Minderheit an der Wolga mit verbrieften Autonomierechten stellte vor diesem Hintergrund ein Hindernis dar.
Am 26. August 1941 ordnete Stalin daher die Umsiedlung der Deutschen aus der Wolgadeutschen Republik und aus den Gebieten Saratow und Stalingrad an. Als Bestimmungsorte wurden die Regionen Altaj und Krasnojarsk, die Gebiete Omsk und Nowosibirsk sowie Kasachstan genannt. Die gesamte Durchfuhrung wurde dem Volkskommissariat (Ministerium) fur Innere Angelegenheiten NKWD anvertraut.
Dieser geheim gefasste Beschluss uber die Auflosung einer in der sowjetischen Verfassung fest verankerten nationalen Republik bedurfte jedoch der formalen und rechtskraftigen “Absegnung” durch die oberste Staatsgewalt. Deshalb unterzeichnete zwei Tage spater das nominelle Staatsoberhaupt Michail Kalinin im Namen des Prasidiums des Obersten Sowjets der UdSSR den Erlass „Uber die Umsiedlung der Deutschen, die in den Wolga-Rayons leben“.
In dem offiziellen Erlass vom 28. August 1941 wurde gegen die Deutschen die schwerwiegende Anklage des Vorhandenseins von „Tausenden und Zehntausenden Diversanten und Spionen“ erhoben, die „nach einem aus Deutschland gegebenen Signal“ Sprengstoffanschlage veruben sollten. Durch ein weiteres Dekret vom 7. September 1941 erfolgte die Angliederung der Wolgadeutschen Republik an die angrenzenden Gebiete Saratow und Stalingrad.
Die Verbannung anderer deutscher Bevolkerungsgruppen, die keinen Autonomiestatus besa?en, erfolgte in den folgenden Wochen und Monaten gema? zusatzlicher geheimer Regierungsbeschlusse. Davon betroffen waren beispielsweise der noch nicht besetzte Teil der Ukraine, der Trans- bzw. Nordkaukasus
sowie die Stadte Moskau und Gorki.
Die ganze „deutsche Operation“ verlief unter Ausschluss von Presse und Offentlichkeit. Bis Ende 1941 wurden behordlichen Angaben zufolge 799.459 Personen aus dem europaischen Teil der Sowjetunion nach Kasachstan und Sibirien „umgesiedelt“; darunter befanden sich 444.115 Wolgadeutsche.
Aus „Deutsche aus Russland: gestern und heute“, S.17
__________________
Приглашаем всех на сайт, конкурсы, кроссворды, судоку, вопросы-ответы, объявления, адреса фирм в Германии, а так-же для тех у кого есть своя фирма, Вы можете бесплатно добавить её в наш каталог фирм. RuDeCom - Наша жизнь за рубежом! ***.rudecom.net
|